Bomben auf Utopia Tag 12

 

Tag 12 (16.2.2012)

I am from Austria.

Die Windräder zwischen Hannover und Kassel flogen an den Autofenstern vorbei, und der Atem der vier im Auto sitzenden Menschen schlug Eisblumen an die Fensterscheiben. Die Windräder, welche auf den Feldern längs der Autobahn A7 standen, blinkten rot und gleichmäßig – sie wirkten wie ein Kommunikationssystem zwischen Raumschiffen, die dieses Signal benutzen, um einen gemeinsamen Angriff auf die Erde zu koordinieren.

Aber das war eher unwahrscheinlich, denn, mal ehrlich: Was für ein Weltuntergang sollte das denn wohl werden, wenn er zwischen Hannover und Kassel begann. Das Ende der Welt – es würde anders anfangen müssen! Und da Emma, Steffi, Maik und Justus für eine Woche nicht in Bremen sein würden, sollte das Ende der Welt, das Ende von allem und jedem noch ein paar Tage warten müssen.

Die Vier saßen in diesem Auto, auf dem Weg nach Österreich und hörten das Geräusch der Räder auf der Strasse.

Das Geräusch der Räder war leider kein sattes Brummen, das Geräusch dieser Räder erzeugte aufgrund ihrer lächerlichen Winzigkeit ein hohes Singen, etwa so wie das gut gelaunte Singen eines Kastraten. Dass dieser Sound für eine Verfolgungsjagd mit der Polizei nicht besonders erfolgversprechend klang, das war klar.

Justus fand das alles nicht besonders lustig. Das einzige, was ihm gefiel, war die Tatsache, dass Emma neben ihm auf der Rückbank eingeschlafen war, ihr Kopf auf seine Schulter gesunken und dort liegen geblieben war. Justus hörte das leise Schnarchen aus Emmas Nase brummen. Das war ein leises Schnarchen, das Emma nicht ekelig, sondern nur menschlich machte. Und auf der anderen Seite: Eine wirkliche Verfolgungsjagd war das hier ja eigentlich doch nicht so richtig. Dass sie gesucht wurden – geschenkt! Aber so wild war es dann wohl doch alles nicht, und deswegen war es auch nicht sonderlich verwirrend, dass in diesem Fahrzeug, in dem Auto, das sie gerade die Autobahn hinunterfuhr, eine gewisse Ruhe aufkam – diese Art von Ruhe, welche sich nur auf Autobahnen in der Nacht einstellt.

Emma richtete sich an Justus’ Seite ein bisschen auf und rieb mit der Wange an seiner Schulter auf und ab, was Justus gefiel. Dann fuhr Steffi über eine kleine Unebenheit in der Autobahn, und Emmas Kopf wurde behäbig von seiner Schulter gegen die nasskalte Fensterscheibe auf der anderen Fahrzeugseite geworfen. Leise machte es „Dong!“ – Justus schaute hinüber und sah, dass Emma überraschenderweise immer noch sanft und leise vor sich hin schnarchte.

„Süss!“

Er blickte sie noch einen Moment an, dann nahm er eine von den „Diddl-Mäusen“, die hinter ihm auf der Hutablage lagen, schob sie zwischen Emmas Kopf und die nasskalte Fensterscheibe und ließ Emma weiterschlafen.

„Was ist das denn für ein Auto?“ fragte Justus an Steffi gewannt.

„Na, ist halt ein Auto, ist besser als Dein Auto. Oder, Justus?“ sagte Steffi.

„Welches Auto denn?“ fragte Justus.

„Na, dein Auto!“ sagte Steffi.

„Ich hab’ doch gar kein Auto!“ antwortete Justus.

„Na siehste! Im Vergleich zu Deinem Auto ist mein Auto doch ein ganz gutes Auto!“ sagte Steffi.

Tatsächlich saßen sie in einem Auto in Richtung Süden, tatsächlich war es spät in der Nacht, und sie jagten die A7 in Richtung Österreich hinunter!

Ohne weitere Zwischenfälle waren sie bis Hannover gekommen. Justus saß auf der Rückbank des Autos – das, was man bei einer Limousine wohl den Font genannt hätte. Aber das hier, das war keine Limousine!

Kurz zusammengefasst war es dies: Fiat Panda, pinker Lack, „Diddl-Maus“ auf der Motorhaube, „Hello Kitty“ am Rückspiegel, ein Tamagotchi am Zündschlüssel, Kuhfellbezüge auf den Sitzen – eben ein Desaster, nichts anderes war dieses Fahrzeug. Nichts anderes als ein einziges Desaster!

Justus wünschte sich so sehr, in einem anderen Auto zu sitzen, aber er saß nun einmal nicht in einem anderen Auto, sondern genau in diesem Fahrzeug, und sie rauschten mit knallschnellen fünfundneunzig Sachen in Richtung Süden, weil Emma gerufen hatte: „Richtung Süden!“, was tatsächlich sehr cowboyartig geklungen hatte.

„Nach Österreich!“ hatte Maik vorgeschlagen, und dass sie jetzt wirklich auf dem Weg nach Österreich waren, das war eigentlich gar nicht zu fassen, hatte Maik doch in der üblichen Maik-Art davon gefaselt, dass er einen kennen würde, der da ein Haus hatte in den Bergen, in den Alpen, irgendwo auf der Alm, und dass sie da wohnen könnten, bis über die Sache mit der Bombe in Bremen im Viertel ein bisschen Grass gewachsen wäre.

Was für eine Vorstellung: Auf der Alm im Haus von einem Freund von Maik! Die Vorstellung, dass überhaupt jemand mit Maik befreundet sein wollte, war schon absurd. Aber dass dieser „Freund“ dazu bereit sein sollte, Maik auch im Leben außerhalb des Computers zu treffen, das war wirklich schwer vorstellbar!

„Wer ist denn dieser Typ, zu dem wir da jetzt in die Berge fahren?“ fragte Justus Maik.

„Er ist ein klassischer ‚Level-80-Paladin’. Ein Paladin der ersten Stunde, ein Schurkenjäger vor dem Herrn. Ich würde vorschlagen, dass Du ihm den Respekt zollst, den er verdient, Justus!

Wo er steht, davon träumst Du! Das war harte Arbeit. Er leitet Missionen mit bis zu vierzig Kriegern. Ich hoffe, eines Tages sein Nachfolger werden zu können. Aber ich weiß, dass das noch ein harter Weg sein wird, eines Tages dort zu stehen, wo er jetzt steht. Aber ich denke, wenn ich alles gebe, dann kann ich es schaffen. Ich werde alles dafür tun. Er ist der Anführer unserer Gilde, er hat uns auserwählt, er hat uns erwählt, uns zu führen. Ich habe ihn noch nie im Real-Life getroffen, doch ich kenne seine Legende: Auf einem Berg soll er leben, in einer einsamen Hütte – um ihn herum nur die Alm. Er sagt, das sei der einzige Ort, an dem er sich konzentrieren könne. Ich habe mit ihm gechatet. Ich bin der erste Mensch, den er zu sich einlädt.  Er wohnt am Laschennippelberg. Er ist eine Legende, eine Legende. Er ist unter dem Namen Krüger berühmt!“

„Natürlich werde ich ihn respektieren, Maik. Ich wollte ja nur wissen, wohin wir fahren und wen wir treffen, Maik. Wir fahren zu Krüger, Maik. Wir fahren zu Krüger am Laschennippelberg. Und da treffen wir ihn dann. Krüger vom Laschennippelberg, ne, Maik?“

Justus war ein bisschen laut geworden, so laut, dass Emma aufgewacht war.

„Ja, den treffen wir da, Justus – wir treffen Krüger am Laschennippelberg in Österreich!“ sagte Maik zu Justus, welcher sich die flache Hand vor die Augen schlug und nur noch dachte: „Ach Gott, was soll’s!“, sich zurücklehnte, die Augen schloss und sich in sein Schicksal fügte, während er über Maik nachdachte.

Mitleid. Irgendwie war das die Form, wie er von Maik denken konnte.

Es ging Justus einfach nicht in den Kopf, dass ein Leben vor dem Computer nicht unbedingt ein verschwendetes Leben sein musste!

„Natürlich“, dachte er sich, „ein Leben ohne wirkliches Leben, zu leben ohne das Draußen, ohne das Schöne der wirklichen Welt, ein Leben vor dem Computer – das musste ein verschwendetes Leben sein. Ein Leben ohne Drinks und das Rumhängen in Lokalen und Kneipen, ohne dummes Gequatsche und spätnächtliche Schnapsunterhaltungen, das konnte doch gar kein Leben sein, das auch nur einen Cent wert wäre!

Das war doch anders gar nicht möglich!“

Justus, der seine  bemitleidenden Gefühle eigentlich immer ganz gut unter Kontrolle hatte, hatte oft fast angefangen zu heulen, wenn er durch Zufall Leute miterlebte, bei denen es offensichtlich war, dass sie – außer irgendwas mit Computer – überhaupt gar nichts im Leben hatten!

Er zog sein Hemd über die Hand und wischte mit dem Unterarm den Beschlag – die Hauche, wie er sich dachte – von der Scheibe und starrte in die Nacht hinaus. Ein kleiner Unterschied in der Helligkeit des Mondscheins zeigte die Grenze zwischen Himmel und Erde. Es war nicht viel zu sehen, aber schön war sie ja irgendwie doch, die Welt – und auch, wenn sie meistens nervte: Justus wäre nie auf die Idee gekommen, sie abzuschalten und einfach nicht mehr hinaus zu gehen. Er lehnte sich mit der Stirn gegen die kalte Scheibe und hatte dieses nachdenkliche Gefühl, das man tatsächlich nur hat, wenn man auf der Rückbank irgendeines Autos durch die Nacht fährt und seine Stirn an die kühle Seitenscheibe drückt. Der kalte Fleck am Schädel gab den Gedanken eine gewisse Bedeutung.

„Eigentlich ein Wahnsinn, wie solche Menschen ohne ein reales Leben überhaupt überleben konnten! Ein Wahnsinn! Vollkommen abgeschnitten von der realen Welt! Ob man überhaupt noch von Überleben sprechen konnte, wenn man gar kein Leben mehr führte?“

Aber wer war Justus denn selber, irgendjemandem zu sagen, was Glück sei?  Wer war er denn, irgendjemandem vorzuschreiben, wie man ein gutes Leben zu führen hatte?

So eine bittere Einsicht! Aber vielleicht war sie auch nur für Justus bitter, denn wenn er sich selber einmal genau anschaute, hatte er ja auch nicht so sonderlich viel, um darauf stolz zu sein!

(Eigentlich bezog er seinen Lebenssinn eben so stark wie einer, der nur Computerspiele spielt, aus der Lösung künstlicher Probleme. Denn wirkliche Probleme, die hatten doch die wenigsten, mit denen er sich umgab. Alle Probleme um ihn und die anderen westlichen Großstädter herum waren ja selbst ausgesuchte Probleme, denn – mal ehrlich! – wer war dort schon einmal wirklich in der Gefahr gewesen, zu verhungern oder zu verdursten? Oder wessen Leben war schon einmal wirklich bedroht gewesen? Vielleicht kam mal ein  Autounfall vor oder so, aber das war ja Zufall, das konnte ja jeden erwischen – für einen Autounfall muss ja niemand arm geboren sein!)

Also, etwas wirklich Schlimmes – „offiziell“ schlimm – wie man sagen könnte, das war wirklich noch keinem um Justus herum passiert. Da war das größte Debakel der Tod der Eltern, und das war ja nichts Außergewöhnliches – das war nur ein weiteres Problem, durch das jeder einmal durch muss.

Aber solange das einzige Problem ist, dass man Leitungswasser statt „Latte Macchiato“ oder Bier statt Cocktails saufen muss, da sollte man doch den Mund halten statt über das Leben anderer zu urteilen. Wenn das Interessante eines Menschen darin besteht, dass er Erfahrungen gemacht hat und interessante, außergewöhnliche Probleme gelöst hat, dann sollten verlauste Großstadtgören wie Justus und Emma und Steffi mal ganz leise sein.

„Tatsächlich“, dachte sich Justus, „tatsächlich war Maik da eine Ausnahme, denn der hatte wirklich Probleme!“

Es wusste eigentlich jeder, dass es ihm selbst gut ging, aber trotzdem rannte man durch die Strassen und tat so, als hätte das eigene Handeln irgendeine Wichtigkeit. Aber tatsächlich: Wichtiger als das Handeln eines Computerspielers war es nicht, und schlimm war die Einsicht, dass die dekadente Boheme des Westens im Niedergang begriffen war im Vergleich zu den Menschen mit den Computern, denn tatsächlich: Wollte irgendwer behaupten, die Zukunft würde von Menschen gestaltet werden, die sich mit Gefühlen statt mit Technik auskannten?

Insofern war es schon in Ordnung mit dem Maik da vorne, weil – das musste man so sagen, auch wenn es weh tat -: Die Zukunft gehörte Leuten wie ihm, und damit musste ja ein jeder erst einmal klarkommen. Und die Art, in der Justus damit klarkommen würde, war auch schon relativ klar: Zurücklehnen und sich freuen, dass keiner mehr etwas von ihm wollte, dass keiner mehr etwas von ihm erwartete. Ein super Gefühl, wenn alles, was übrigbleibt, die Chance ist, alle um einen herum positiv zu überraschen!

„Wir müssten langsam mal tanken!“ sagte Steffi, schlug den Blinker nach rechts ein, und verließ die Autobahn in Richtung Tankstelle, schaltete herunter, rollte im Leerlauf zur Tanksäule und kam neben einem alten Mercedes zu stehen. Neben dem Fahrzeug stand eine Frau, die gerade versuchte, den riesigen Dieseltankstutzen in die viel zu kleine und enge Zuleitung des Tanks zu stecken. Sie rutschte ab, warf lachend den Kopf in den Nacken und wandte den Kopf dann in Richtung Justus, der hinten in Steffis pinkem Fiat Panda saß, und schaute ihm genau in die Augen. Er rutschte zur Seite und verschwand nahezu komplett hinter der Türverkleidung der Rückbank, schaute nach oben und sah, wie Emma ihn seltsam ansah. Steffi stieg aus dem Wagen, umrundete die Motorhaube und öffnete den Tankdeckel, führte den normalgroßen Normalbenzinstutzen ein und drückte so fest, dass das Benzin in den Tank sprudelte.

Maik öffnete die Beifahrertür des Wagens und stieg aus. Er stand neben dem Fahrzeug und blickte sich um. Es nieselte leicht, und er überlegte sich, ob es eine gute Idee gewesen war, den anderen von Krüger zu erzählen, und ob er nicht tatsächlich großen Ärger mit seinem Clan bekommen würde, wenn er Krüger vor den Kopf stieß. Aber auf der anderen Seite: Er hatte mit Krüger zusammen schon große Kämpfe bestritten, mächtige Gegner besiegt und auch schon, wenn auch nur virtuell, mit ihm zusammen so gesoffen, dass sie beide nicht mehr stehen konnten. Besoffen im Internet, aber nüchtern in der Realität zu sein, das fühlte sich immer ein wenig dumm an. Besser war es, in Wirklichkeit besoffen zu sein und im Internet nüchtern, und eigentlich war es am besten, immer besoffen zu sein, also sowohl Online als auch im RL.

Zusammengefasst: Krüger würde damit klarkommen müssen. Steffi wäre mit Sicherheit beeindruckt, dass er so einen Prominenten wie Krüger kannte, und die anderen – naja, was willste machen -, die gehören halt dazu. „Eine Hand wäscht die andere!“ dachte sich Maik, und bestimmt würde sich das alles noch mal auszahlen!

Er schaute hinüber zum Mercedes und sah die Frau, die ihn betankte, und er sah Steffi, die das gleiche mit dem Fiat Panda machte. „Scharf!“ dachte er bei sich und betrat den Tankstellenshop, ging zum Verkäufer und bezahlte das Benzin, ging wieder hinaus und setzte sich ins Auto, in dem Steffi und Emma und Justus bereits warteten.

„Danke!“ sagte Steffi.

„Woher hast du denn eigentlich Geld?“

„Ich habe viel Geld!“ sagte Maik.

„Ich habe viel Geld!“

Steffi zündete den Motor, schaltete in den ersten Gang, trat mit ihren Chucks auf das Gaspedal und gurkte los und fuhr zurück auf die Autobahn in Richtung Süden. Regen pladderte gegen die Scheiben des Autos, und Justus schlief ein.

Als er wieder erwachte, hatte sich die Umgebung verändert.

Die Sonne ging gerade auf und lugte über einen der Berggipfel, die nun am Horizont aufgetaucht waren und auf denen – wie durch ein Sieb gedrückter Puderzucker – Schnee lag.

Manchmal, wenn man durch die Frontscheibe eines Autos die Autobahn hinunterschaut, dann weiß man ja gar nicht, was jetzt echt und was nur Himmel ist. Die Berge, die Justus links und rechts sah, erschienen mit all dem Schnee heller als der Himmel, und so zeichnete sich vor dem Sonnenaufgang der Himmel ab wie ein riesiger Baum, der direkt vor ihnen am Ende der Autobahn stand. Der größte Baum der Welt!

Wie schön das alles war, mit dem Schnee! Es war lange her, dass Justus Schnee gesehen hatte, und Schnee in der Stadt, das war ja nichts Gutes, das hatte überhaupt keine Vorteile, außer den Sound vielleicht. Der Sound in der Stadt, der war nämlich gut, wenn Schnee gefallen war, keine Frage. Alles klang dann immer ganz gedämpft, und eigentlich klang die ganze Stadt dann wie das eigene Wohnzimmer oder die eigene Küche.

„Deswegen sind die Menschen immer so freundlich, wenn Schnee gefallen ist: Alle denken, sie wären bei sich zu Hause. Und zuhause, da ist man zu Fremden ja immer freundlich! Bei den meisten Menschen ist es ja so: Je besser man jemanden kennt, um so unfreundlicher ist man zu ihm, wenn man zuhause ist und um so freundlicher, wenn man unter anderen Menschen ist!“ dachte sich Justus und starrte weiter aus dem Fenster.

Die Sonne stieg weiter herauf, und die kleinen Schatten, die die kleinen Grate und Felsvorsprünge warfen, bewegten sich – etwa so wie bei einer Sonnenuhr. Es war unglaublich, wie man die Zeit hier an den Bergen sehen konnte! Wenn einer Bremen gewöhnt ist, dann ist es schon seltsam, so etwas wie das hier zu sehen, und der Bremer fragt sich schon manchmal, was denn der große Vorteil am Norden sein soll. Und viel mehr als dass man im Norden besser Fahrrad fahren konnte, fiel Justus jetzt auch nicht ein.

Maik saß auf dem Beifahrersitz und schaute auf seine Schuhe. Steffi saß am Lenkrad und schaute auf die Straße. Emma saß hinten und schaute aus dem Fenster, und Justus sah, wie sie die Fensterscheibe berührte.

Justus machte es ihr nach, und er war erleichtert als er merkte, dass er wirklich in einer schönen Welt herumgefahren wurde und nicht nur vor einer Fototapete in irgendeiner Kneipe in Bremen aufgewacht war. Tatsächlich -nein, wie schön! Ein Glück! Alles echt, alles richtiger Schnee!

Ein Wahnsinn!

Steffi schaltete das Radio ein, und da sang jemand:

„Dei hohe zeit is lang vorüber
und a die höh‘ hast hinter dir
von ruhm und glanz is wenig über
sag ma wer ziagt no den huat vur dia
ausser mir“
„Mach’ lauter!“ sagte Justus, und Steffi machte lauter.

„Do kann i moch’n wos I wül
Do bin i Herr do kea I hin
Do schmützt des Eis von meiner Sö
Wia von am Gletscher im April
A wenn ma’s schon vergessn ham‘
I bin dei Apfel du mei Stamm.
So wia dei Wasser talwärts rinnt
unwiederstehlich und so hell
fast wia die Tränen von am Kindwird a mei Bluat auf amoi schö
Sog i am Mensch der Welt vio stolz
und wann ihr woits a ganz allan

Do kann i moch’n wos I wül
Do bin i Herr do kea I hin
Do schmützt des Eis von meiner Sö
Wia von am Gletscher im April
A wenn ma’s schon vergessn ham‘
I bin dei Apfel du mei Stamm.“

I AM FROM AUSTRIA!

Laut schallte das Lied aus dem Auto, während sie ins Tal einbogen.

An der Strasse standen vier schöne Österreicher.

Einer sagte:

„Jo, so sans hoid, di piefkes!“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s